Meissen ornamental

Meissen Porzellan, Kollektion Meisterstücke

Die Desi­gner Otto Drögsler und Jörg Ehrlich arbeiten bereits seit zwanzig Jahren gemeinsam für verschie­dene inter­na­tio­nale Marken. 2009 grün­deten sie ihr eigenes Womens­wear Label, Odeeh — eine Hommage an fröh­liche Muster, hoch­wer­tige Stoffe und Schnitte in rar gewor­dener Atelier-Qualität. Seit 2017 verant­worten sie die krea­tive Leitung von Meissen, Deutsch­lands ältester Porzel­lan­ma­nu­faktur. Mit dem bereits letztes Jahr begon­nenen Wieder­aufbau von Design- und Gestal­ter­kom­pe­tenz im eigenen Hause kehrt die Manu­faktur somit zu einem Konzept der haus­eignen Produkt­ent­wick­lung in neuer Form zurück.

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Und diese Doppelrolle, die ihr mit Meissen habt, ist das eine Ausnahme oder seht ihr euch als kreative Consultants auf der einen und Modeschöpfer auf der anderen Seite?

Wir sind Krea­tiv­di­rek­toren. Wir begleiten das Unter­nehmen in der Projekt­ent­wick­lung, was neue Projekte anbe­langt, genauso aber auch in der Darstel­lung, das ist eben bei Meissen aus unserer Sicht lange in den Hinter­grund geraten. Man dachte, man sei so toll, dass die Leute die Produkte selbst verstehen, aber diese Dinge brau­chen eine extreme Bühne.

Das Netz­werk für Meissen ist so ein großer Bestand­teil unserer Tätig­keit für die Manu­faktur, es ist nicht so, dass wir persön­lich neue Produkte entwerfen, sondern wir versu­chen, Leute an Land zu ziehen, die für Meissen arbeiten und dann über ihr Arbeiten das Netz­werk für Meissen vergrö­ßern.

Porzel­lan­ma­nu­faktur meissen, Swords Minimal

Wie habt ihr das analysiert, um zu einem kreativen Konzept zu kommen?

Wir haben hier in Deutsch­land einen sehr mini­ma­lis­ti­schen Ansatz. Alles ist immer mit einem Anders­denken behaftet, und man stellt sich nach Außen nicht wirk­lich dar. Im Fall Meissen sind wir ins Archiv gegangen, haben uns mit dem Verständnis ausein­an­der­ge­setzt, wo kommt die Manu­faktur her – aus dem Barock. Und darüber haben wir diesen Begriff der modernen Opulenz defi­niert, der jetzt so eine Art Guide­line darstellt. Wir versu­chen, eine Anti-mini­ma­lis­ti­sche Hand­schrift zu spielen, zu sagen, es kann auch mehr, eine Vase muss nicht alleine stehen, die kann auch mit Blumen gut sein…

Werk­statt, Porzel­lan­ma­nu­faktur Meissen

… Ornament ist kein Verbrechen …

… genau, Orna­ment ist kein Verbre­chen. Da ist ja gerade auch der Wandel da, es entsteht eine neue Offen­heit dafür.

Dieses Interview ist ein Auszug aus dem Buch:
Handmade in Germany. Manufactory 4.0.
Herausgeber: Pascal Johanssen
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: ARNOLDSCHE; Auflage: 1 (1. Juli 2019)
Sprache: Englisch, Deutsch
ISBN-10: 3897905418
ISBN-13: 978–3897905412
Webseite:
https://odeeh.com