Neu im Direktorenhaus: Volker Haug

Im Gespräch mit dem deut­schen Desi­gner Volker Haug. Volker Haug arbeitet in Melbourne, Austra­lien.

Was faszi­niert Dich an Licht?

Ich war schon immer ein Stück weit verschroben und mag es auch, Produkte zu kreieren, die nicht in jedes Schema passen. Ich war schon immer von dem Myste­rium des Lichts faszi­niert und wie es das Bewusst­sein beein­flusst.

Hast du eine krea­tive Leit­linie, die sich durch deine Projekte zieht?

Das Menschen­ge­machte ist für mich wich­tiger als die Natur. In den Städten ist die Iden­tität eine flüch­tige Ange­le­gen­heit. Ein modernes Gebäude steht neben einem Theater aus den 1920er Jahren. Ich glaube, es ist die Span­nung, die ich anzie­hend finde. Ich will Mate­ria­lien in über­ra­schender Weise kombi­nieren, um etwas Neues zu schaffen.

Was stellst du her?

Mein Team und ich entwerfen Leuchten und stellen sie in Hand­ar­beit her. Wir produ­zieren auch raum­spe­zi­fi­sche Unikate. Um das zu errei­chen, arbeiten wir eng mit Archi­tekten und Innen­ar­chi­tekten aus unserer Region hier um Melbourne zusammen. Momentan arbeiten wir an zwei neuen Kollek­tionen und sind darauf gespannt, diese auf der Milan Design Week vorzu­stellen.

Da die Glüh­birne immer die Quelle meiner Inspi­ra­tion war, versu­chen wir immer so nah wie möglich an dieser zu bleiben und um die Leucht­quelle ‘herum’ zu gestalten. Jede Idee wird auf ihre grund­le­gendste Form redu­ziert und dann durch moderne manu­fak­tu­ri­elle und tech­no­lo­gi­sche Prozesse an ihre Grenzen gebracht.

Was würdest du entwerfen, wenn du genug Budget zur Verfü­gung hättest?

Ich würde gerne das Licht­kon­zept für einen Club gestalten.

Gibt es Koope­ra­tionen mit bestimmten Part­nern, die dir beson­ders wichtig sind?

Als Studio sind wir immer sehr neugierig darauf, neue Mate­ria­lien und Arbeits­pro­zesse zu entde­cken. Bei unserer neuen Auswahl aus Glas­teilen haben wir uns die Exper­tise des US-Künst­lers John Hogan ins Boot geholt.

Hast Du eine Lieb­lings­leuchte?

Die inno­va­tivste Leuchte, die ich je entworfen habe, dürfte die OMG-Leuchte sein. Zufäl­li­ger­weise ist das auch die, die in der Produk­tion am meisten Spaß macht. Obwohl sie wie ein Juwel leuchtet, ist die OMG eigent­lich ein „Patch­work-Objekt“. Fast 200 cm im Durch­messer, ist sie aus 19 alten Alumi­um­lampen aufge­baut, die mit einem Gabel­stapler und einem Vorschlag­hammer platt­ge­drückt und schließ­lich in schil­lernden Farben anodi­siert wurden. Wir haben sie zusam­men­ge­schraubt und daraus einen neuen Lampen­schirm geschaffen. Die OMG-Leuchte hängt in der National Gallery of Victoria als Dauer­in­stal­la­tion im Foyer.

Das klingt kompli­ziert. Hast du Vorbilder, die dich inspi­rieren?

Ingo Maurer ist mein persön­li­cher, deut­scher Design­guru – er hat eine wunderbar spie­le­ri­sche und mutige Heran­ge­hens­weise an das Leuch­ten­de­sign.

Wie viele Mitar­beiter beschäf­tigst du?

Ich beschäf­tige 13 sehr talen­tierte Menschen. Unge­fähr sieben davon konzen­trieren sich auf die Herstel­lung, der Rest bildet das Kern­team für Design und Admi­nis­tra­tion. Das Team setzt sich aus vielen verschie­denen Natio­na­li­täten (Deutsch­land, Japan, Spanien, Marokko, Austra­lien) und vielen verschie­denen ursprüng­li­chen Fach­rich­tungen zusammen (Bild­hauer, Künstler, Schmuck­de­si­gner, Projekt­ma­nager, Psycho­logen, Lingu­isten, IT-Spezia­listen, Elek­trik­in­ge­nieure, Innen­ar­chi­tekten, Neuro­wis­sen­schaft­li­cher und Indus­trie­de­si­gner).

Welche Rolle spielt Austra­lien, der Ort, an dem du arbei­test, für Dich?

Wir stellen fast ausschließ­lich in Austra­lien her und arbeiten sehr eng mit den Hand­wer­kern der Region zusammen.


Wo kann man deine Produkte kaufen?

Momentan verkaufen wir haupt­säch­lich hier in Austra­lien. Das funk­tio­niert gut für uns und unsere Kunden, weil es auch eine direkte Quali­täts­kon­trolle vom Design bis hin zum fertigen Produkt zulässt. Letztes Jahr, 2018, haben wir entschieden unsere Entwürfe erst­malig inter­na­tional auszu­stellen und dadurch auch Fach­händler in Europa und Amerika erkundet.

Webseite:
https://www.volkerhaug.com