Quo vadis deutsche Mode?

Lookbook Frank Leder Men's fashion AW 2019 in Wien

Der Meis­terrat enga­giert sich seit 2019 verstärkt für die Zusam­men­ar­beit mit Mode­ver­bänden zur Stär­kung der deut­schen Mode­pro­duk­tion. Hierzu erfolgen Abstim­mungen mit dem Fashion Council Germany (FCG), dem Verband der Deut­schen Mode­de­si­gner (VDMD), der German Fashion Designer’s Fede­ra­tion (GFDF) sowie dem Verband Berliner Mode­de­si­gner, VBM. Ziel ist die Entwick­lung einer abge­stimmten Stra­tegie für die Unter­stüt­zung mittel­stän­di­scher Mode-und Textil-Manu­fak­turen, die aufgrund der verän­derten Umfeld­be­din­gungen der letzten Jahre notwendig wird.

Was Mode betrifft, haben wir haben in Deutsch­land nicht die gleiche Kultur­tra­di­tion wie in Frank­reich, Italien oder auch England. Das betrifft zwar die gesamte Band­breite der „sinn­li­chen Design-Produk­tion“, also auch z.B. luxu­riöses Produkt­de­sign, vor allem aber auch die Mode. Deut­sche Mode­la­bels verkaufen z.T. durchaus gut; aber wenn man zu den Top-20-Playern gehören will, muss man in inter­na­tio­nalen Dimen­sionen denken.

Diesen Unsi­cher­heiten stehen ideelle Verschie­bungen inner­halb der Branche gegen­über: Die Endkon­su­menten verän­dern sich, fordern neben unmit­tel­baren Shop­ping-Erleb­nissen auch abso­lute Trans­pa­renz der Unter­nehmen – von Produk­ti­ons­ab­läufen über Nach­hal­tig­keits­themen bis hin zum Daten­schutz. Mode-Manu­fak­turen müssen sich daher bishe­rige Geschäfts­mo­delle in Frage stellen oder gar auflösen. Dazu gehören vor allem ein inno­va­tiver Umgang mit Digi­ta­li­sie­rung und das Umdenken in die On-Demand-Produk­tion.

Wenn man sich die Verkaufs­zahlen genauer anschaut, dann sieht man, dass die deut­schen Mode­la­bels einige Jahr­zehnte erlebten, in denen es sehr gut lief – und dass es jetzt nicht zwangs­läufig so weiter­gehen wird. In den vergan­genen 20 Jahren haben einige Unter­nehmen viel Geld verdient, die Grün­der­ge­nera­tionen dieser Unter­nehmen haben viel geleistet. Aber jetzt sind Stör­mo­mente da und der aktu­elle Einzel­handel stößt an seine Grenzen. Es wird gene­rell weniger Geld für Klei­dung ausge­geben, die Leute wollen lieber in Erleb­nisse inves­tieren, etwa in Reisen. Wie soll man die Menschen noch für Mode begeis­tern? Das sind einfach Heraus­for­de­rungen, die diese Branche bislang nicht kannte. Über­dies gibt es keinen allge­meinen Aufschwung mehr, der alle Firmen quasi mit sich zieht.