Residenz des norwegischen Botschafters

Im Dezember 2023 fanden sich in der Residenz der Norwegischen Botschaft Interessierte ein, um über Norwegens junge Designszene zu sprechen. Während des abendlichen Talks tauschten sich die norwegischen Designer Anna Maria Øfstedal Eng und Jonas Stokke sowie Cecilie Molvær Jørgensen (Senior Adviser, DOGA) und Pascal Johanssen zum Thema aus. Welche Chancen bietet Norwegen aufstrebenden Talenten – und welche Herausforderungen müssen sie meistern?

Norwegen ist seit längerem schon eine Arena für Innovation: verwurzelt in der skandinavischen Designtradition entstehen in Norwegen besonders freie und poetische Designprodukte. Da Norwegen im Gegensatz zu seinen skandinavischen Nachbarn über keine große Industrie verfügt, die als steter, aber vereinheitlichender und zugleich einschränkender Auftraggeber dienen könnte, ist in den letzten Jahren eine unabhängige Designszene aufgeblüht, deren Designer ein ausgeprägtes Freiheitsverständnis verbindet. Diese Autoren-Designer verfolgen ihre individuelle Handschrift und entwickeln Lösungen, die für ein gesundes Lebensumfeld gedacht sind. Da wir in einer Zeit leben, die sich schnell verändert und die industriellen Auswüchse der Produktion immer klarer zu Tage treten, antizipieren norwegische Designer damit einen Gestaltungstrend, der immer wichtiger wird.

Diese Newcomer-Szene ist groß, spannend und eigenständig – jedoch ist der Weg, als unabhängiger Designer seine eigenen Entwürfe in den Markt zu bringen, nicht einfach. Als Autoren-Designer ist man oft Kreativer, Produzent und Vermarkter in einer Person. Der Autoren-Designer sitzt zwischen den Stühlen, zwischen Kunst und Wirtschaft: Während Künstlern der Galerieweg offen steht und Industriedesigner größere Unternehmen als Auftraggeber haben, müssen Autoren-Designer ihre finanziellen Quellen auf anderen Wegen suchen. 

 

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