Auf Maß: Korbinian Ludwig Heß

Korbinian Ludwig Heß, Fotografie © Maria Dolecek

Im Meis­terrat nimmt die Kunst der Maßschnei­derei eine beson­dere Stel­lung ein. Der Maßschneider treibt die Indi­vi­dua­li­sie­rung auf die Spitze und reprä­sen­tiert alles, was dem aktu­ellen Trend der Tech­ni­sie­rung und Entper­sön­li­chung zuwi­der­läuft. Maßschneider arbeiten immer noch sehr klas­sisch, sie können ihr Geschäfts­mo­dell nicht verviel­fa­chen, da sie selbst zu fast 100% in ihre Arbeit invol­viert sind und diese nicht auf Werk­bänke verteilen können – und nicht zuletzt beraten sie ihre Kunden persön­lich. Das oft nicht nur einmal, sondern über einen längeren Bera­tungs­pro­zess über. Dass maßge­fer­tigte Hemden, Anzüge oder Schuhe entspre­chend teurer sein müssen, versteht sich da von selbst.

Eine bedrohte und doch bestän­dige Nische

Maßschneider nehmen Maß am Kunden, zeichnen den Schnitt und stellen dann das jewei­lige Klei­dungs­stück her. Je nach Kunden­an­for­de­rung verwenden sie viel­fäl­tige Stoffe (Baum­wolle, Seide, Woll­stoffe etc.). Einige Maßschneider produ­zieren auch Seri­en­an­fer­ti­gungen (Konfek­tionen). Auch bessern sie schad­hafte Klei­dungs­stücke aus und nehmen Ände­rungen vor.

Die Ausbil­dung dauert in Deutsch­land drei Jahre und erfolgt im dualen Ausbil­dungs­system an Berufs­schulen und den Ausbil­dungs­be­trieben. Als Alter­na­tive stehen auch schu­li­sche Ausbil­dungen zur Auswahl. In der Ausbil­dung werden die Fach­rich­tungen Damen­maß­schneider und Herren­maß­schneider unter­schieden. Heute exis­tieren zwei Prüfungs­stufen, die Gesel­len­prü­fung und die Meis­ter­prü­fung. Mit letz­terer erwirbt man das Recht, Lehr­linge auszu­bilden.

Korbi­nian Ludwig Heß , Schuhe nach Maß,- Foto­grafie © Martin Smolka

Im alten West-Berlin

Im Berliner Westen arbeitet einer der derzeit gefrag­testen Maßschneider: Korbi­nian Ludwig Heß.

Maßge­fer­tigte Schuhe von Korbi­nian Ludwig Heß über­setzen die Persön­lich­keit ihres Trägers in ein Jahr­hun­derte altes Hand­werk. Pass­genau auf die jewei­ligen Füße, Statur und Wesen der Trägerin oder des Trägers gebaut, folgen die Schuhe Heß‘ Anspruch eine äußere aber vor allem eine innere Haltung zu verleihen. Fußmaße und dessen Beschaf­fen­heit, Körper­größe, Gang, bis hin zu Charak­ter­ei­gen­schaften, Physio­gnomie und Zweck, zu dem der Schuh getragen werden soll, alle Gege­ben­heiten geben mir Auskunft, welche Krite­rien der Maßschuh erfüllen muss, begüns­tigen die Wahl der verwen­deten Leder sowie die Form des fertigen Schuhs. Ein Paar Maßschuhe aus der Werk­statt Korbi­nian Ludwig Heß in Berlin verkör­pern die höchsten Ansprüche an Indi­vi­dua­lität und Exklu­si­vität und begleiten Sie ein Leben lang.

Gelernt hat Heß sein Hand­werk bei dem ehema­ligen k. u. k. Hofschuh­ma­cher Rudolf Scheer & Söhne in Wien. Eine hand­werk­liche Grun­die­rung, der Aufent­halte bei Schuh­ma­chern in London, Frei­burg und München folgten, um so seinen eigenen Stil zu formu­lieren und zu verfei­nern. Dieser zeichnet sich durch eine schlichte Eleganz und Verbun­den­heit zum Mini­ma­lismus aus. Beschaf­fen­heit und Hoch­wer­tig­keit des verwen­deten Leders werden betont. Die Qualität des Hand­werks und der Verar­bei­tung sind essen­tiell: ein Verzicht auf Zierrat, der die struk­tu­relle Inte­grität des Schuhs erzwingt.

Webseite:
https://klh-massschuhe.com